Sanierung in Witten
Kugelgarn® für historisches Rathaus
| Bauherr: | Stadtverwaltung, D-Witten |
| Architektur: | Kemper · Steiner & Partner Architekten GmbH, D-Bochum |
| Verleger: | Fussbodentechnik Aldo Wiesbernd GmbH, D-Münster |
| Belag: | Kugelgarn® Creation asphalt 321, Kugelgarn® Creation granit 320 |
| Lieferform: | Bahnenware, teilweise in Akustikausführung |
| Gesamtfläche: | 9‘850 m2 |
| Fotograf: | Sarah Jabs |
Mit der Sanierung des Rathauses Witten wurde ein denkmalgeschütztes Verwaltungsgebäude der 1920er Jahre in mehreren Bauabschnitten zu einem zeitgemässen Verwaltungsstandort transformiert. Über rund zehn Jahre hinweg entstand ein Gebäude, das historische Substanz konsequent weiterdenkt und zugleich die Anforderungen moderner Arbeitswelten und bürgerorientierter Dienstleistungen erfüllt.
Die Realisierung erfolgte abschnittsweise im laufenden Betrieb und stellte damit hohe Anforderungen an Planung, Logistik und Materialwahl. Im Innenraumkonzept kommt der Materialwahl eine zentrale Rolle zu. Auf knapp 10 000 Quadratmetern wurde Kugelgarn® in den Qualitäten Creation asphalt und Creation granit verlegt. Während Creation asphalt den Grossteil der Flächen als robuste, gestalterisch zurückhaltende Basis abdeckt, wurde Creation granit auf etwa einem Drittel der Fläche als Akustikvariante mit speziellem Akustikrücken eingesetzt. Insbesondere in den öffentlichen Bereichen und Fluren trägt diese Ausführung wirksam zur Reduktion von Tritt- und Raumschall bei und steigert sowohl Konzentration als auch Aufenthaltsqualität für Nutzer und Besucher.
Die Entscheidung für Kugelgarn® basiert auf einer ganzheitlichen Bewertung funktionaler und wirtschaftlicher Kriterien. Ausschlaggebend war die hohe Reinigungsfähigkeit, die eine effiziente Pflege auch bei intensiver Nutzung ermöglicht und das Erscheinungsbild langfristig stabil hält. Eine vergleichende Kostenbetrachtung gegenüber klassischen Wischbelägen bestätigte die Wirtschaftlichkeit über den Lebenszyklus hinweg.
Ebenso relevant ist die hohe Strapazierfähigkeit des Materials. Kugelgarn® überzeugt durch seine Robustheit in stark frequentierten Zonen und gewährleistet eine dauerhaft gleichmässige Optik. Gleichzeitig erlaubt die Konstruktion einen gezielten Austausch einzelner Bereiche, wodurch Unterhaltskosten reduziert und Ressourcen geschont werden. Zudem konnten taktile Bodenindikatoren aus Metall zur Orientierung sehbehinderter Personen problemlos in den Belag integriert werden.
Der Einsatz von Kugelgarn® fügt sich damit folgerichtig in das architektonische Gesamtkonzept ein, das auf Langlebigkeit, Präzision und eine klare, reduzierte Materialität zielt. Das sanierte Rathaus bietet heute rund 500 Arbeitsplätze und bündelt zentrale Funktionen der Verwaltung in einem kohärenten, leistungsfähigen Gebäude.
Im Interview konnten wir von Heike Cremer aus dem Amt für Gebäudemanagement noch genauer erfahren, wie die Entscheidung für Kugelgarn® fiel und warum man aus heutiger Sicht sehr zufrieden damit ist:
Fabromont: Welche Anforderungen stellen Sie grundsätzlich an Bodenbeläge in öffentlichen Gebäuden?
Heike Cremer: Grundsätzlich werden an Bodenbeläge in öffentlichen Gebäuden eine lange Nutzungsdauer, eine einfache Reinigung sowie eine optisch ansprechende Gestaltung gestellt.
Fabromont: Wie gehen Sie bei der Bewertung von Reinigungsaufwand und Wirtschaftlichkeit vor?
Heike Cremer: Wenn der Boden täglich gesaugt wird, entfällt im Gegensatz zu einem Wischbelag die Grundreinigung. Dadurch reduziert sich der Reinigungsaufwand und die Reinigung wird günstiger.
Fabromont: Wie verhält sich Kugelgarn® bei der Reinigung und wie sehen Sie den Vergleich zu Wischbelägen?
Heike Cremer: Kugelgarn® weist deutlich weniger Fehlerquellen bei der Reinigung auf. Es wird abgesaugt und ist in der Regel danach sauber. Bei Wischbelägen besteht hingegen die Gefahr, zu nass oder zu trocken zu wischen, zu viel oder zu wenig beziehungsweise die falsche Reinigungschemie zu verwenden. Dadurch entstehen mehr Fehlerquellen und häufig ein nicht zufriedenstellendes Reinigungsergebnis.
Fabromont: Welche Auswirkungen haben Bodenbeläge auf die tägliche Arbeit Ihres Reinigungsteams?
Heike Cremer: Wenn Bodenbeläge nicht nass gereinigt werden müssen, entfällt das Tragen von Reinigungshandschuhen. Dadurch wird insbesondere die Haut an den Händen weniger belastet, was die tägliche Arbeit für das Reinigungsteam angenehmer macht.
Fabromont: Wie trägt Kugelgarn® im Rathaus Witten zum Wohlbefinden bei?
Heike Cremer: Kugelgarn® sorgt für eine sehr gute Akustik. Im Zuge der Renovierung des Rathauses wurden offene Arbeitsbereiche mit mehr Mitarbeitenden geschaffen. Der Bodenbelag wirkt schallberuhigend, sodass Schritte kaum zu hören sind und insgesamt eine gedämpfte, angenehme Atmosphäre entsteht. Im Südflügel, insbesondere in den öffentlichen Bereichen und Fluren, wurde Kugelgarn® mit Akustikrücken verlegt.
Fabromont: Was hat Sie bei Kugelgarn® besonders überzeugt?
Heike Cremer: Kugelgarn® hat mir optisch gut gefallen. Es ist zudem sehr strapazierfähig, was sich bereits im Saalbau Witten gezeigt hat, wo der Boden seit Jahren liegt und immer noch gut aussieht. Der Boden war während der Bauphase teilweise kaum geschützt und ich hätte niemals gedacht, dass wir ihn wiedervollständig reinigen können. Wir haben es aber geschafft – mit intensivem Saugen.
Fabromont: Was würden Sie anderen öffentlichen Einrichtungen bei der Auswahl eines Bodenbelags empfehlen?
Heike Cremer: Ich würde empfehlen, sich von dem Gedanken zu lösen, dass ausschliesslich Wischböden hygienisch einwandfrei sind. Ein guter textiler Bodenbelag kann das Raumklima und die Akustik verbessern, sodass Kosten für zusätzliche Akustikelemente eingespart werden können.
Fabromont: Worauf sind Sie im Zusammenhang mit diesem Projekt besonders stolz?
Heike Cremer: Ich bin besonders stolz darauf, dass mein Chef meinem Vorschlag trotz anfänglicher Widerstände gefolgt ist und wir jetzt ein tolles, vorzeigbares Rathaus haben.